Papierwissen / Europaper GmbH

Wie viel Kunststoff spart Coreless? Die 6-g-Rechnung erklärt

Wie berechne ich den entfallenden Kunststoffkern bei kernlosen Bonrollen?

Veröffentlicht am · Europaper GmbH

Coreless-Bonrollen kommen ohne separate Kunststoffhülse aus. Das ist ein klar benennbarer Materialunterschied zur herkömmlichen Rolle. Wie viel Kunststoffkernmaterial rechnerisch entfällt, hängt aber vom Gewicht der tatsächlich ersetzten Hülse ab. Europaper verwendet für seinen öffentlichen Zähler 6 g je Hülse als Referenz, nicht als Standardgewicht für jede Rolle.

Die Formel: Rollenmenge mal Hülsengewicht

Die Rechnung lautet: Anzahl der ersetzten Einzelrollen × Gewicht einer bisherigen Kunststoffhülse in Gramm ÷ 1.000 = Kilogramm Kunststoffkernmaterial. Bei 10.000 Rollen und 6 g Referenzgewicht ergeben sich 60 kg. Bei 100.000 Rollen wären es 600 kg. Die Rechnung betrifft allein die separate Hülse; Papier, Verpackung und Transport sind nicht enthalten.

Für den eigenen Betrieb ist ein gewogener Vergleich genauer: Wiegen Sie mehrere leere Hülsen des bisher verwendeten Artikels einzeln, bilden Sie einen Durchschnitt und multiplizieren Sie ihn mit der Zahl tatsächlich ersetzter Einzelrollen. Halten Sie Artikelnummer, Stichprobengröße und Messdatum fest. Bei 10.000 Rollen und einer 4-g-Hülse wären es 40 kg; bei einer 8-g-Hülse 80 kg. So sieht man sofort, wie stark das Ergebnis von der Annahme abhängt.

Was der Europaper-Zähler erfasst

Der öffentliche Zähler addiert die gespeicherten Mengen aus Rechnungspositionen und Lieferscheinpositionen für Artikel mit der Eigenschaft „coreless“ oder „coreless_phenolfrei“. Danach multipliziert er die Summe mit der 6-g-Referenz. Der aktuelle Datenstand steht direkt am Zähler auf der Coreless-Seite.

Das ist keine Prüfung physisch eindeutiger Einzelrollen. Rechnung und Lieferschein können denselben Vorgang abbilden; die Abfrage führt sie nicht zusammen. Bei Packungsartikeln wird das gespeicherte Mengenfeld nicht automatisch mit der Packungsgröße multipliziert. Rückgaben, tatsächlicher Verbrauch beim Kunden und das Gewicht der vorher eingesetzten Hülsen werden nicht einzeln geprüft. Der angezeigte Wert ist damit eine nachvollziehbare Rechengröße aus den genannten Belegen, keine Inventur und keine gemessene Kunststoffmenge.

Was die Zahl nicht beweist

Eine Rolle ohne separate Hülse vermeidet genau dieses Bauteil. Daraus folgt weder eine bestimmte CO₂-Einsparung noch automatisch eine bessere Gesamt-Ökobilanz. Für eine umfassende Umweltbewertung müssten unter anderem Papierqualität, Lauflänge, Herstellung, Verpackung, Transport und Entsorgung verglichen werden. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass ein positiver Teilaspekt nicht mit der Umweltwirkung des ganzen Produkts gleichgesetzt werden sollte.

Coreless und phenolfrei sind außerdem verschiedene Eigenschaften: Coreless beschreibt den Aufbau ohne separate Hülse; phenolfrei betrifft die Thermobeschichtung. Ob eine konkrete Rolle beides erfüllt und in Ihr Kassen- oder EC-Gerät passt, ist anhand des Artikels und der Geräteangaben zu prüfen.

Ihre kurze Prüfliste

  • Tatsächlich ersetzte Einzelrollen zählen, nicht nur Kartons oder Bestellpositionen.
  • Das Gewicht der bisherigen Hülse messen oder 6 g ausdrücklich als Annahme nennen.
  • Doppelte Geschäftsvorfälle zwischen Rechnung und Lieferschein sowie Retouren prüfen.
  • Das Ergebnis als Kunststoffkernmaterial ausweisen, nicht als CO₂- oder Gesamtumweltbilanz.
  • Gerätemodell, Rollenbreite und maximalen Durchmesser vor der Umstellung abgleichen.

Für eine betriebliche Vergleichsrechnung helfen uns der bisherige Artikel, Ihre jährliche Einzelrollenzahl und möglichst ein gemessenes Hülsengewicht. Damit lässt sich die Annahme auf Ihren Einsatz beziehen.

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